Euer Produkt steht, das Team ist motiviert und der erste Prototyp ist testbar. Was jetzt fehlt, ist das nötige Kapital, um loszulegen. Also wird ein Pitchdeck gebaut – schnell, mit Herzblut und vielen Slides. Doch irgendwie bleibt der Erfolg aus. Investoren reagieren zurückhaltend oder gar nicht. Woran liegt’s?
Die Wahrheit ist: Die meisten Startups scheitern nicht an der Idee, sondern an der Kommunikation. Ein gutes Pitchdeck ist nicht nur ein visuelles PDF, es ist euer strategischer Türöffner. Es entscheidet, ob euch jemand seine Zeit, sein Vertrauen und sein Geld schenkt.
In diesem Artikel zeigen wir euch, warum viele Pitchdecks nicht überzeugen – und wie ihr in drei Tagen eine klare, überzeugende Story auf die Beine stellt, die bei Investoren hängenbleibt.
Tag 1: Klarheit schaffen
Bevor ihr am Deck bastelt, braucht ihr einen klaren Blick auf euer Geschäftsmodell. Viele Gründer sind so tief im Produkt verankert, dass sie den Blick von außen verlieren. Die häufigsten Schwächen, die wir in frühen Pitchdecks sehen:
Unklare Problemdefinition
Kein erkennbarer USP
Kein roter Faden
Zahlen, die eher Hoffnung als Realität widerspiegeln
Der erste Schritt ist also, euer Angebot auf den Punkt zu bringen: Welches Problem löst ihr? Für wen? Warum jetzt? Was unterscheidet euch von anderen? Schreibt das in ganz einfachen Worten auf – ohne PowerPoint, ohne Slides. Einfach als Klartext.
Wenn ihr diese Fragen nicht in einem Satz beantworten könnt, ist das Pitchdeck zweitrangig. Dann fehlt euch die Grundlage für eine überzeugende Story.
Am Ende von Tag 1 solltet ihr ein klares Gerüst haben – nicht grafisch, sondern inhaltlich. Eine Storyline, die euch auch beim Reden Sicherheit gibt. Und das Beste daran: Sobald ihr das habt, wird der Rest viel einfacher.
Tag 2: Struktur und Storyline
Ein gutes Pitchdeck folgt keiner starren Vorlage, aber es gibt ein paar bewährte Elemente, die fast immer Sinn machen:
Titel & Vision
Problem
Lösung / Produkt
Markt / Wettbewerb
Geschäftsmodell
Traction (Pilotkunden, MRR, relevante Meilensteine)
Go-to-Market-Strategie
Team
Finanzbedarf / Use of Funds
Visionäre Schlussfolie
Die Kunst besteht darin, nicht einfach nur Informationen auf Slides zu packen, sondern eine Geschichte zu erzählen. Eine, die hängen bleibt. Die zeigt, dass ihr nicht nur ein gutes Produkt habt, sondern auch die Menschen seid, die es groß machen können.
Vermeidet Buzzwords. Erklärt Dinge einfach. Zeigt eure Überzeugung – nicht eure Hoffnung.
Wenn ihr beim Schreiben einer Folie merkt, dass ihr ausweicht oder schwafelt, dann ist das meist ein Zeichen dafür, dass euch noch etwas fehlt: Klarheit, Belegbarkeit oder ein echter Plan.
Und: Kein Investor will ein PDF mit 30 Seiten lesen. 10 bis 12 Slides reichen völlig – wenn jede einzelne davon sitzt.
Tag 3: Feinschliff und Feedback
Jetzt wird das Deck gebaut. Nutzt einfache, klare Layouts. Keine Overdesigns, keine Spielereien. Schlicht, professionell, klar. Tools wie Canva, Pitch oder Figma reichen aus – ihr braucht keine Designagentur.
Aber bevor ihr loslegt: Holt euch Feedback. Von anderen Gründern, von Beratern, bei einem Gründer-Grillen-Format (Pitch-Simulation), vielleicht auch von Investoren, mit denen ihr noch nicht pitchen wollt. Lasst euch nicht nur loben – bittet gezielt um kritische Rückmeldungen:
Versteht man auf Anhieb, was ihr macht?
Wird das Problem klar?
Ist euer Markt glaubhaft eingeschätzt?
Macht eure Lösung neugierig auf mehr?
Wirkt das Ganze investierbar?
Am dritten Tag geht es nicht mehr darum, das Pitchdeck grundsätzlich zu hinterfragen – sondern darum, es besser zu machen. Jede Aussage, die nicht sitzen muss, kann raus. Jede Zahl sollte belegbar sein. Jeder Slide sollte einen Zweck erfüllen.
Und denkt auch an die Sprache: Kein Investor erwartet fehlerfreies Englisch auf Muttersprachler-Niveau. Aber saubere, klare Formulierungen ohne Denglisch sind Pflicht.
Bonus-Tipp: Der Elevator Pitch
Wenn ihr schon dabei seid: Arbeitet auch an eurem Pitch in gesprochener Form. Das beste Deck bringt euch nichts, wenn ihr es nicht mit Leben füllt. Testet euren Pitch in 60 Sekunden, in 3 Minuten und in 10 Minuten. Ohne Slides. Nur ihr und eure Story.
Wenn ihr diese drei Längen im Griff habt, seid ihr bereit – egal ob vor Business Angels, VCs oder auf einem Startup-Event.
Fazit
Ein starkes Pitchdeck ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis von Klarheit, Struktur und Fokus. Und genau das lässt sich in wenigen Tagen erreichen – wenn man weiß, worauf es ankommt.
Wenn ihr dabei Unterstützung braucht oder euer aktuelles Deck durchleuchten lassen wollt, meldet euch einfach. Wir helfen euch gern, eure Story so zu schärfen, dass sie dort ankommt, wo sie wirken soll: im Kopf der Investoren.